Die Lustigen Flamingos

Karl Dehner, Urgestein der Musikkapelle Thanheim, erinnert sich beim Blick auf alte Fotos an die Zeiten, als die „Lustigen Flamingos“ noch zu Tanz und Unterhaltung aufspielten. Foto: Schwarzwälder Bote

Die Musikkapelle Thanheim lädt ein zum Revival der „Lustigen Flamingos“. Karl Dehner weiß noch vieles aus damaliger Zeit zu erzählen. Doch gefunden hat die Band sich vor mehr als fünf Jahrzehnten.

Karl Dehner, Urgestein der Musikkapelle Thanheim, erinnert sich an die Zeiten als die „Lustigen Flamingos“ noch zu Tanz und Unterhaltung aufspielten. Dieses nahezu 20-köpfige Tanzorchester hat von 1970 bis 1993 auf den Bühnen im ganzen Zollernalbkreis für Stimmung gesorgt.

Die Idee für die „Lustigen Flamingos“ entstand bei der Fasnet vor gut fünf Jahrzehnten. Für einen Ball benötigte der damalige Thanheimer Adlerwirt eine Tanz- und Stimmungskapelle. Kurzfristig fanden sich zwölf Musiker zusammen. Das Repertoire für den Auftritt wurde unter der Regie von Karl Dehner erarbeitet.

Und das war die Besetzung, Trompeten: Karl Dehner, Werner Dehner, Heini Beck II, Fred Dehner; Saxophone: Wolfgang Buckenmaier und Herbert Rother; Tenorhorn und Gesang: Bruno Polonia; Bariton: Willi Dehner; Horn: Heini Beck I; Tuba: Peter Koch; große Trommel: Harald Loock und Trommel: Peter Schneider.

Auch am Hofe haben die Musiker gespielt

Ein weiteres Engagement folgte im Gasthaus Goldener Stern in Steinhofen. Obgleich beim Event mehr Musikanten als Besucher im Saal gezählt wurden, tat dies der Motivation keinen Abbruch, danach weiter zu musizieren.

Bei den Feierlichkeiten zum 180-jährigen Vereinsbestehen der Musikkapelle Thanheim im Jahr 1970 kamen noch Hans Dehner (Posaune) und Heinrich Moos (Saxophon) hinzu. In den Festzelten und -hallen herrschte Hochstimmung, wenn die Lustigen Flamingos als „Zugpferd“ aufspielten; ganz abgesehen von der engen Kameradschaft, die unter den Musikern nicht fehlte. Noch bevor Werner Dehner die Leitung übernahm, kam als weiterer Musiker hinzu: Herwin Fischerkeller (Gitarre).

Zudem übernahm Harald Loock die Stelle als zweiter Alt Saxophonist, Günter Linder zweiter Tenorsaxophonist und Peter Schneider spielte fortan auf einem kombinierten Schlagzeug.

Ein wichtiger Meilenstein in der Chronik war zweifelsohne der einstigen Tradition der Thanheimer Wandermusiker nachzukommen, nämlich am Hofe zu spielen. Anlass war der 30. Geburtstag von Prinz Louis Ferdinand jr. – der Vater des heutigen Georg Friedrich Prinz von Preußen. Zu seiner Verlobungsfeier spielten die Flamingos auf dem Ebersberg und am nächsten Tag den Frühschoppen in der Festhalle. Bis heute erinnert im Traditionsraum der Musikkapelle Thanheim ein Bilderrahmen mit Unterschriften aller Gäste an jenen bedeutenden Tag und die Feierlichkeit.

Am Sonntag leben alte Erinnerungen auf

1976 übernahm Günter Linder den Taktstock der Kapelle. Wolfgang Lapaczinski (Saxophon), Albert Ramminger (Posaune) und Paul Münch (E-Bass) gesellten sich dazu. Weitere Höhepunkte, erzählt Karl Dehner, waren Auftritte in Westfalen und an der Mosel, ganz abgesehen vom dreitägigen Verweilen bei einem deutschen Luftwaffenstützpunkt 1978 in Portugal und drei Jahre später zur Truppenbetreuung auf Sardinien.

Bereichert mit viel Musik wurde auch die Schweizer Fasnet. Stolz war man jedoch ebenso, dass inmitten der Karriere zwei Schallplatten entstanden, 1981 und 1983; einmal sogar im Tonstudio aufgenommen, in dem auch Ernst Mosch zugegen war. Selbst Erwin Nehlich, Dirigent der Musikkapelle Thanheim, zeigte sich beeindruckt, als ihm eine der LPs vorgespielt wurde. „Übrig geblieben von diesen einmaligen nicht zu missenden Zeiten sind noch viele Erinnerungen und die den ›Lustigen Flamingos‹ im Thanheimer Museum gewidmete Stellwand mit zahlreichen Fotos, Zeitungsausschnitten und weiteren interessanten Nachweisen“, sagt Karl Dehner.

Quelle: Schwarzwälder Bote